Beruf & Gesundheit

Das Handlungsfeld Beruf & Gesundheit hilft Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Schwerbehinderten, Rehabilitanden und Gleichgestellten bei der Aktivierung sowie Integration bzw. beim Wiedereinstieg in das berufliche und gesellschaftliche Leben. In diesem Kontext besitzt die Gesunderhaltung (Prävention) eine hohe Priorität. Bereits im Jahr 1996 startete das erste Projekt „IRU“ (Innerbetriebliche Rehabilitation durch Umschulung) im Handlungsfeld Beruf & Gesundheit.

 

Das seit 2007 nahtlos angeschlossene Folgeprojekt „bbU Reha“ (betreute betriebliche Rehabilitation durch Umschulung) hat das Ziel, einen erfolgreichen Berufsabschluss in einem neuen Beruf zu erlangen. Das BWSA-Vorhaben, im Bereich Rehabilitation neue Wege zu gehen, konkretisierte sich mit den Projekten „Behindertenspezifische Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB Reha), „Diagnose Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen“ (DIA-AM), „Individuelle betriebliche Qualifizierung“ (InBeQ) nach § 38 a SGB IX in Form der „Unterstützten Beschäftigung“ und Individualzentriertes Coaching (INDICO) sowie in der praxisorientierten modularen Re-Integrationsmanagement für Rehabilitanden und behinderte Menschen (PRIMA).

 

Innovative Ansätze der beruflichen Integrationsarbeit, Impulse für die Bewältigung der täglichen Herausforderungen sowie die Möglichkeit für Erfahrungsaustausch und Reflexion eigener Handlungsstrategien definieren den Rahmen der BWSA-Projekte. Alle Angebote orientieren sich am Individualprinzip – flexible Einstiege, individuelle Berufswegeplanung und Betreuung. Die Behindertenpolitik unseres Landes hat in den letzten vier Jahren vieles bewirkt. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen setzt weltweite Standards für ein menschliches und würdevolles Dasein von Menschen mit Behinderungen. Mit der Ablösung des Prinzips der Fürsorge durch die Grundsätze der Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben werden die Möglichkeiten der Leistungsfähigkeit und Leistungserbringung behinderter Menschen stärker fokussiert.

 

Der Paradigmenwechsel in der Politik hat Leitlinien festgelegt, welche das BWSA in seiner täglichen Arbeit umsetzt, wie z. B. die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe, die dauerhafte Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben, die ganzheitliche Förderung der persönlichen Entwicklung, die Berücksichtigung des Wunsch- und Wahlrechtes sowie die Inklusion unter Nutzung des persönlichen Budgets. Seit 1996 wurden im Rahmen der Teilhabe 1.500 Teilnehmer/-innen in insgesamt 84 Maßnahmen sozialpädagogisch betreut und unterstützt.

 

Die Erfolgsquote der Wiedereingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt steigt stetig. Eine anfänglich durchschnittliche Vermittlungsquote von 52 % konnte in den letzten fünf Jahren auf 75 % gesteigert werden. Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter/-innen sind die wichtigste Grundlage für die Wirtschaftsfähigkeit und den Erfolg eines Unternehmens. Seit 2008 führt das BWSA das Modellprojekt „QuGema - Qualifizierung des betrieblichen Gesundheitsmanagement“ zur Umsetzung der Gesundheitsziele in Unternehmen Sachsen-Anhalts durch. Ziel des Projektes ist es, die Arbeit- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen kleiner und mittlerer Unternehmen in Sachsen-Anhalt durch die Schaffung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen zu sichern. Auch beim BWSA spielen Fragen rund um das Thema Gesundheit der Beschäftigten eine entscheidende Rolle.